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Geschrieben von: Dirk Weisgerber   
Sonntag, den 11. Oktober 2009 um 17:17 Uhr

Warum müssen Feuerstätten geprüft werden?

Wie in der Einleitung erläutert, sollten nur  zugelassene und geprüfte Feuerstätten mit CE- oder Ü-Zeichen gekauft und vertrieben werden.

Trägt eine Feuerstätte eines dieser beiden Zeichen, so kann unterstellt werden, dass sie nach den entsprechenden Regelwerken geprüft und damit auch betriebs- und brandsicher sicher ist. Für die Prüfungen werden die auf der Seite Normen herangezogenen Prüfgrundlagen herangezogen.

Feuerstätten bestehen aus Bauprodukten. In der Regel dürfen nur Bauprodukte verwendet werden, die das nationale Ü-Zeichen (Übereinstimmungszeichen) oder die europäische CE-Kennzeichnung (Zeichen der Europäischen Gemeinschaft) als Verwendbarkeitsnachweis tragen.

Wie an den anderen Stellen dieser Website erläutert, ist die Bauproduktenrichtlinie und harmonisierte Normen bei dem In-Verkehr-bringen von Feuerstätten zu beachten.

Die europäische Bauproduktenrichtlinie (BPR) und deren nationale Umsetzung, das Bauproduktengesetz (BauPG) regeln das In-den-Verkehr-Bringen und den freien Warenverkehr von Bauprodukten.

Das BauPG regelt den so genannten europäischen Weg. Wie die BPR unterscheidet es konsequent zwi-schen der Brauchbarkeit (§5 BauPG) und der Konformität (§8 BauPG) eines Bauproduktes.

Ist beides erfüllt, führt dies zum CE-Zeichen.

Die Brauchbarkeit bezieht sich auf die materiellen Eigenschaften eines Bauproduktes, die in Normen oder anderen technischen Regeln festgeschrieben werden. Die Brauchbarkeit wird in der Regel durch eine erstmalige Typprüfung nachgewiesen.

Mit dem Konformitätsnachweisverfahren wird beurteilt, ob das Bauprodukt mit den technischen Begleitdokumenten (harmonisierte Norm, europäische technische Zulassung) übereinstimmt, aus dem es seine Brauchbarkeit ableitet.

Da die Brauchbarkeit ein unbestimmter Rechtsbegriff ist, wird dieser in erster Linie durch harmonisierte Normen konkretisiert, die auf der Grundlage der BPR von der Europäischen Kommission und der Europäischen Freihandelszone verliehenen Mandats M/129 „Raumheizer“ und den entsprechenden Mandaten  im Rahmen des CEN erarbeitet und die festgelegten Grundsatzanforderungen

  • Mechanische Festigkeit und Standsicherheit
  • Brandschutz
  • Hygiene, Gesundheit und Umweltschutz
  • Nutzungssicherheit
  • Schallschutz sowie
  • Energieeinsparung und Wärmeschutz

umsetzen (Harmonisierte Norm).

Entspricht ein Produkt einer solchen Norm, ist kein weiterer Brauchbarkeitsnachweis erforderlich (Vermutungsfall).

Von der EU wurde für den Bereich Feuerungsanlagen durch die Erteilung des Mandates M/129 die sicherheitstechnisch relevanten Anforderungen der Mitgliedsländer festgeschrieben und das Konformitätsnachweisverfahren System 3 für die Erlangung des CE- Zeichens festgelegt.

Das Konformitätsnachweisverfahren System 3, gemäß Anhang ZA der harmonisierten Norm sieht vor:

Konformitätserklärung des Herstellers für das Produkt aufgrund von:
a) Aufgabe des Herstellers
b) Aufgabe der notifizierten (benannten) Stelle

Aufgaben der Hersteller und der benannten Stelle (Notified Bodies)

Hersteller und benannte Stellen (von den Mitgliedsstaaten benannte kompetente Stellen wie z.B. die Feuerstättenprüfstelle des TÜV Süd, die die Zertifizierung durchführen muss und ggf. die werkseigenen Produktionskontrolle als Dienstleistung durchführen kann) haben im Konformitätsnachweisverfahren unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen.

Die nachfolgend aufgeführte Tabelle zeigt die Aufgaben der Hersteller und der benannten Stelle im Konformitätsnachweisverfahren 3, wie sie im Anhang ZA der Produktnormen für Raumheizer DIN EN 13240 aufgeführt werden.

Anhang ZA Tabelle ZA3 DIN EN 13240

Das heißt, Hersteller von Feuerstätten für Festbrennstoffen müssen neben der Beauftragung eines Prüfinstitutes für die Prüfung der Nachweise der Anforderungen die im Aufgabenbereich der notifizerte Prüfstelle liegt, alle anderen genannten Anforderungen an z.B. die werkseigene Produktionskontrolle, die Anforderungen an die Dokumentation und vieles mehr (siehe Tabelle ZA.1 der Norm) eigenständig nachweisen, bevor sie die Feuerstätte mit dem CE-Kennzeichnung kennzeichnen dürfen.

In der Regel stehen gute Prüfinstitute den Herstellern als Dienstleister für die Bewältigung der komplexen Aufgaben des Herstellers zur Seite.


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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 28. Dezember 2010 um 17:14 Uhr