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Aachener Brennstoffverordnung PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dipl.-Ing. Dirk Weisgerber   
Freitag, den 12. November 2010 um 00:00 Uhr

Aachener Festbrennstoff-Verordnung (FBStVO) am 09.10.2010 in Kraft getreten.

Aachener Festbrennstoff-Verordnung (FBStVO) / Brennstoffverordnung

Am Samstag, 9.10.2010, ist in Aachen die neue Festbrennstoff-Verordnung in Kraft getreten. Ofenbesitzer müssen sich danach im gesamten Stadtgebiet auf neue rechtliche Regelungen zum Betrieb ihrer Anlagen einstellen. Sie müssen beim Neukauf von Geräten mit Festbrennstoffen (zum Beispiel Scheitholz, Holzpellets, Briketts, etc.) die besonderen Grenzwerte beachten.

Die Aachener Festbrennstoff-Verordnung als pdf-Datei

Als bislang erste Stadt in Nordrhein-Westfalen wird die Stadt Aachen eine Festbrennstoffverordnung einführen, die den Ausstoß von Schadstoffen von geschlossenen Heizöfen reglementiert. Am Dienstag, den 26.  Januar 2010, hat der Klima- und Umweltausschuss die Verwaltung einstimmig damit beauftragt, eine Richtlinie auf den Weg zu bringen, die für Kleinfeuerungsanlagen Grenzwerte vorschreibt, die nicht überschritten werden dürfen.

Gemäß dieser kommunalen Verordnung dürfen Einzelraumfeuerungsanlagen mit einer Nennwärmeleistung zwischen 4 und 15 kW, die mit Holz, Rinde, Hackschnitzel, Sägemehl, Presslinge, Holzpellets, Stein-, Braun- oder Grillkohle sowie Brenntorf betrieben werden, künftig nicht mehr als 40 mg/m3 und 1250 mg/m3 CO (beides bei 13% O2-Bezug) emittieren. Für Altanlagen, die vor Inkrafttreten der Verordnung errichtet und in Betrieb genommen wurden, gelten Grenzwerte von 75 mg/m³ Staub oder 2000 mg/m³ Kohlenmonoxid CO. Sie müssen bis zum 31. Dezember 2014 mit entsprechenden Filteranlagen nachgerüstet oder stillgelegt werden.

Ältere Öfen müssen bis 31. Dezember 2014 mit Filtern nachgerüstet werden, um diesen Bedingungen zu genügen. Hintergrund ist der Feinstaubausstoß von Altgeräten, der nach einer Studie des Umweltbundesamtes in der Summe inzwischen die Höhe der Emissionen des gesamten KfZ-Verkehrs in Deutschland erreicht hat. Die Stadt Aachen hat sich in einem Luftreinhalteplan, der in Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung Köln erstellt worden ist, dazu verpflichtet, den Feinstaubausstoß zu reduzieren. Die EU-Grenzwerte wurden in der Vergangenheit mehrfach überschritten. Zahlreiche Maßnahmen wurden auf den Weg gebracht, um die Luftqualität in Aachen zu verbessern. Die neue Festbrennstoff-Verordnung, mit der in Aachen bei neuen Öfen die zweite Stufe einer bundesweiten Regelung vorweg genommen wird, gehört ebenfalls dazu. Damit wird in Aachen die Einführung einer Umweltzone.

Für wen gilt die Achener Brennstoffverordnung?

Die Aachener Brennstoffverordnung regelt den Betrieb sogenannter Einzelraumfeuerungsanlagen – zum Beispiel Kaminöfen und Kachelöfen, die mit Festbrennstoffen (wie z.B. Scheitholz, Holzpellets, Briketts etc.) befeuert werden. Die Verordnung gibt an, wie viel Schadstoffausstoß – vor allem beim Feinstaub – dabei maximal entstehen darf.

Die Aachener Verordnung lehnt sich eng an die Grenzwerte und fachlichen Vorgaben der bundesweit seit März dieses Jahres gültigen Neufassung der „Ersten Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes (1. BImSchV)“ – der sog. Kleinfeuerungsanlagenverordnung - an. Für Neuanlagen gelten die schärferen Grenzwerte der 2. Stufe jedoch ab sofort; für Altanlagen wurden einheitliche, jedoch verkürzte Übergangsfristen und strengere Grenzwerte festgelegt.

Muss mein bestehender Ofen sofort überprüft und ggf. abgeschaltet werden?

Besitzer bereits eingebauter Öfen haben dagegen noch etwas Zeit, die Anforderungen der Aachener Verordnung zu erfüllen. Spätestens bis zum 31. Dezember 2014 müssen Maßnahmen umgesetzt sein, wenn der alte Ofen die Schadstoffwerte nicht einhält. Altanlagen dürfen max. 75 mg/m³ Staub und 2000 mg/m³ CO emittieren.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 24. August 2011 um 17:46 Uhr