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Zulassungen DIBT Feuerstätten für feste Brennstoffe PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dirk Weisgerber   
Dienstag, den 13. Oktober 2009 um 19:17 Uhr

Allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen

Das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) erteilt als deutsche Zulassungsstelle allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen (abZ) für Bauprodukte und Bauarten und europäische technische Zulassungen (ETA) für Bauprodukte und Bausätze.

Jedes Jahr werden ca. 2000 nationale Zulassungen erteilt. Auf europäischer Ebene steht das DIBt im Wettbewerb mit den europäischen Zulassungsstellen und ist führend bei der Erteilung von europäischen technischen Zulassungen. Das Institut ist für Unternehmen tätig, die ihre Produktmärkte in Deutschland, in Europa sowie international haben.

Allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen werden für solche Bauprodukte und Bauarten im Anwendungsbereich der Landesbauordnungen erteilt, für die es allgemein anerkannte Regeln der Technik, insbesondere DIN Normen, nicht gibt oder die von diesen wesentlich abweichen. Sie sind zuverlässige Verwendbarkeitsnachweise von Bauprodukten bzw. Anwendbarkeitsnachweise von Bauarten im Hinblick auf bautechnische Anforderungen an Bauwerke.
Europäische technische Zulassungen werden für Bauprodukte im Anwendungsbereich des Bauproduktengesetzes erteilt; sie dokumentieren verlässlich die Brauchbarkeit eines Bauproduktes.

Für folgende Feuerstätten für feste Brennstoffe als Raumheizer muss nach einer Prüfung von Anforderungen von einer vom DIBt anerkannten Prüfinstitut (z.B. Feuerstättenprüfstelle TÜV SÜD) eine Zulassung vom DIBt beantragt werden. Die Anforderungen werden i.d.R von der Prüfstelle mit dem DIBt abgeklärt oder es bestehen Zulassungsgrundsätze des DIBt.

Raumluftunabhängige Feuerstätten für feste Brennstoffe

Da moderne Niedrigenergiehäuser über eine extrem dichte Hülle verfügen, muss regelmäßig gelüftet werden um Feuchtschäden wie z.B. Schimmel zu vermeiden. Viele Häuser verfügen deshalb über eine kontrollierte Lüftungsanlage, die diese Aufgabe übernimmt. Die Anlage bläst frische Luft in bestimmte Räume ein und saugt sie aus anderen Räumen ab. Durch das Absaugen kann ein Unterdruck entstehen, der gefährliche Gase aus dem Ofen in den Wohnraum zieht. Der gleiche Effekt kann auch von einer Dunstabzugshaube mit Abluft verursacht werden.

Raumluftunabhängige Feuerstätten für Festbrennstoffe wie z.B. Kaminöfen sind so dicht, dass auch bei Unterdruck keine Gase aus dem Ofen austreten können. Weiterhin müssen Sie z.B. über eine selbstschließende Feuerraumtür verfügen. Erkennbar sind diese Öfen an der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik („Z-Nummer“).

Die Kombination von Öfen mit raumlufttechnischen Anlagen (z.B. kontrollierte Be- und Entlüftungsanlagen) wird in Deutschland im §4 der Feuerungsverordnung (FeuVo) geregelt. Es gibt zwei Lösungswege für den gemeinsamen Betrieb von Kaminöfen und Raumlufttechnischen Anlagen.

1. Raumluftunabhängiger Betrieb mit einem dafür zugelassenen Kaminofen
Der Kaminofen muß über eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung als raumluftunabhängige Kaminöfen des Deutschen Instituts für Bautechnik DIBT verfügen. Die Verbrennungsluft muss von außen über eine bauseits zu legende Leitung an den zentralen Luftansaugstutzen des Kaminofens geführt werden. Hierbei gelten erhöhte Anforderungen an die Dichtheit der Zuluftleitung und der Verbindungsstücke zum Schornstein.

2.Sicherheitsabschaltung von Raumlufttechnischen Anlagen bei gefährlichen Unterdruck.
Während des gemeinsamen Betriebs von raumluftabhängigen Kaminöfen und raumlufttechnischen Anlagen (z.B. Dunstabzugshauben)  ist durch eine geprüfte Sicherheitseinrichtung zu gewährleisten, dass kein gefährlicher Unterdruck entstehen kann. Dazu muss ein Controller-, bzw. Unterdruckwächter eingebaut werden, welcher im Störfall (bei Auftreten von mehr als 4 Pa Unterdruck) die Lüftungsanlage abschaltet.

Die Prüfung von raumluftunabhängigen Feuerstätten für feste Brennstoffe erfolgt auf der Grundlage der "Zulassungsgrundsätze für die Prüfung und Beurteilung von raumluftabhängigen Feuerstätten für feste Brennstoffe (07/2002)" als Nachweis der Übereinstimmung mit den Anforderungen für die Erlangung einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung durch das Deutsche Institut für Bautechnik Berlin (DIBT).

Die Dichtheit der Feuerstätte sowie ggf. der Verbrennungsluftleitung und der Abgasanlage (je nach der Systemgrenze der Feuerstätte) sind im Anlieferungszustand, nach mechanischer Belastung (6000 Öffnungen/Schließungen für die Feuerraumtür, 1000 Öffnungen/Schließungen für die Aschefallraumtür) sowie nach thermischer Belastung (Nennwärmeleistung, ggf. Kleinlast und Sicherheit) zu ermitteln. Die Leckage der Verbrennungsluftleitung kann ggf. an einem repräsen-tativen Abschnitt ermittelt werden.

Die Leckagerate der Feuerstätten darf bei einem statischen Überdruck von 10 Pa nicht größer sein als 2 m³/h. Der CO-Gehalt darf bei der Prüfung der Nennwärmeleistung nicht größer sein als 1200 ppm (Bezug 13% O2). Das Produkt aus der  gemessenen Leckagerate, angegeben in m³/h und dem bei Typprüfung des Ofens ermittelten CO-Konzentration im Abgas, darf den Wert von 2.400 ppm x m³/h nicht überschreiten.

Weitere Informationen über die Prüfung und notwendige Anforderungen an raumluftunabhängige Feuerstätten sind in diesem Beitrag zu finden.


Für folgende Feuerstätten / Produkte wird ebenfalls eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung benötigt:
  • Speicherfeuerstätte /Speicherofen für feste Brennstoffe (in Anlehnung an DIN EN 15250) mit Warmwassererzeugung
  • Speicherfeuerstätten für feste Brennstoffe nach DIN EN 15250 (zum Beitrag ->)
  • Getrennt in Verkehr gebrachte Abgaswärmetauscher hinter Feuerstätten für feste Brennstoffe brauchen auch eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung. Zu Abgaswärmetauscher in Kombination mit geprüften Feuerstätten für feste Brennstoffe (z.B. Raumheizer nach DIN EN 13240, Kamineinsätze / Kachelöfen nach DIN EN 13229) sind weitere Informationen im Beitrag "Prüfunganforderungen von Abgaswärmetauscher" zu finden.
  • Staubabscheider (Feinstaubabscheider) gemäß den Anforderungen der 1. BImSchV (zum Beitrag ->)

Übereinstimmungszeichen (Ü-Zeichen)

Bauprodukte, die nach den Regelungen der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen hergestellt werden, sind vom Hersteller mit dem Übereinstimmungszeichen (Ü-Zeichen) zu kennzeichnen. Das Ü-Zeichen  signalisiert damit, dass die Bauprodukte die Anforderungen der Landesbauordnungen erfüllen und ohne weiteres beim Bau verwendet werden können.

Ü-Zeichen für Zulassungen Feuerstätten

 


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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 28. Dezember 2010 um 16:34 Uhr