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Dekorativ? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dirk Weisgerber   
Freitag, den 13. November 2009 um 20:03 Uhr

Warum sind Ethanolfeuerstellen dekorativ?

Gemäß Muster Feuerungsverordnung § 7 Abschnitt 2 müssen die Abgase von Feuerstätten für flüssige oder gasförmige Brennstoffe in Schornsteine oder in Abgasleitungen eingeleitet werden.

Unter Feuerstätten gelten gemäß Feuerungsverordnung § 1 Anlagen die der Beheizung von Räumen oder der Warmwasserversorgung dienen.

Gemäß den Beschlüssen des Sachverständigenausschusses Feuerungsanlagen im DIBT (Deutsches Institut für Bautechnik, Berlin) gelten ausschließlich dekorativ verwendete Feuerstellen für den flüssigen Brennstoff Ethanol mit einem Durchsatz von weniger als 0,5 l/h als Geräte, die nicht an eine Abgasanlage angeschlossen werden müssen. Bei Betrieb von diesen Geräten darf ein mittlerer CO2-Gehalt in der Raumluft von maximal 5000 ppm nicht überschritten werden.

Außerdem muss in der Aufstellungs- und Bedienungsanleitung die Angabe „Gerät ist für die Raumheizung nicht geeignet“ enthalten sein.

Im Falle, dass Feuerstellen für den Brennstoff Ethanol als Heizgerät z.B. mit der Angabe einer Wärmeleistung deklariert werden, müssen also die Abgase in eine geeignete Abgasanlage eingeleitet werden. Im Falle, dass die Ethanolfeuerstellen einen höheren Brennstoffdurchsatz von 0,5 l/h aufweisen, treffen die zitierten Beschlüsse ebenfalls nicht zu. Die Feuerstellen sind als Heizgerät anzusehen und benötigen ggf. zusätzlich eine allgemeine bauaufsichtlichen Zulassung durch das DIBT.

Aber bei der Verbrennung von Ethanol entsteht Wärme

Der Verbrauch von dekorativen Ethanolöfen darf wie oben erläutert maximal 0,5 l/h an Ethanol betragen und bei jeder Verbrennung entsteht Wärme.

Der Heizwert von 96%igen Ethanol beträgt ca. 29600 kJ/kg. Bei einem Brennstoffdurchsatz von 0,5 l/h (ca. 0,4 kg/h) beträgt die frei gewordene Wärme ca. 3,3 kW.

Jedoch ist bei Betrieb der Ethanolfeuerstelle eine hohe Frischluftzufuhr notwendig, da ansonsten die erzeugten Kohlendioxidmengen die zulässige Konzentration in der Raumluft übersteigt. Die zugeführte Frischluft ist im Regelfall kühler als die zu erwärmende Raumluft, was zu einem Energieverlust führt. Die effektive Heizleistung eines jeden Bioalkohol-Kamins ist damit sehr klein, deshalb sind Ethanolfeuerstellen keine Wärmeerzeuger.

Der festgesetzte Grenzwert von 0,5 Vol.% CO2 (5000 ppm CO2) ist der MAK-Grenzwert für tägliche Exposition von acht Stunden pro Tag (MAK =Maximale Arbeitsplatz-Konzentration).

Der MAK-Wert gibt die maximal zulässige Konzentration eines Stoffes als Gas, Dampf oder Schwebstoff in der (Atem-)Luft an, bei der kein Gesundheitsschaden zu erwarten ist, auch wenn man der Konzentration in der Regel 8 Stunden täglich, maximal 40 Stunden in der Woche ausgesetzt ist. Es ist die Konzentration eines Stoffes, die einem Arbeitnehmer an seinem Arbeitsplatz höchstens zugemutet werden darf.

Informationen über notwednige Prüfverfahren und Anforderungen an dekorative Ethanolfeuerstellen sind in diesem Beitrag zur Produktnorm für Dekokamine, Gelkamine DIN 4734-1 zu finden.

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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 18. April 2011 um 12:29 Uhr