Donnerstag, 08 Dez 2016
 
 

Herzlich Willkommen!

Feuerstätten für feste Brennstoffe wie Kaminöfen, Kachelöfen, Speicheröfen, Herde oder Pelletöfen erfreuen sich bei vielen immer größerer Beliebtheit. Nicht nur die angenehme Wärmestrahlung und der optische Aspekt im Wohnbereich, sondern auch die Nutzung als Zusatzheizung stehen für viele im Vordergrund. Es können verschiedene Brennstoffe zum Einsatz kommen. Viele Bauherren greifen auf einheimische Brennstoffe wie Holz oder Kohle zurück.

Für die Hersteller und Vertreiber von Festbrennstoff-Feuerstätten ist es Pflicht wichtige Anforderungen von einer neutralen Prüfstelle prüfen zu lassen.

Wir wollen Sie auf dieser Website über alles rund um die Anforderungen, die notwendige Prüfung, Zulassung und Zertifizierung von Feuerstätten für die Verbrennung von festen Brennstoffen in Deutschland informieren.

Neu hinzugekommen sind auch Erläuterungen über Anforderungen und notwendige Prüfungen von raumluftunabhängige Feuerstätten, dekorativen Ethanolfeuerstellen nach DIN 4734 und Abgaswärmetauscher in Kombination mit Festbrennstoff-Feuerstätten.

Anforderungen an Feuerstätten

In Deutschland gibt es ein einheitliches und geordnetes Zulassungsverfahren für einige Festbrennstoff-Feuerstätten, die in der Bauregelliste des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) beschrieben werden. Rechtsgrundlage für die Bauregelliste sind die Landesbauordnungen auf Basis des Bauproduktengesetzes. Mit dem Bauproduktengesetz wurde die europäische Bauproduktenrichtlinie in nationales Recht umgesetzt.

Die Bauregelliste enthält eine große Anzahl gebräuchlicher Bauprodukte, zu denen Einzelraumfeuerstätten für Festbrennstoffe gehören.

Für das jeweilge Produkt wird festgelegt:

  • der Verwendbarkeitsnachweis
  • der Übereinstimmungsnachweis

Während der Bund für das "Inverkehrbringen" von Bauprodukten zuständig ist, obliegen Festlegungen für die Verwendbarkeit den Ländern.

Es gibt für Feuerstätten für Festbrennstoffe aktuell drei Verfahren hinsichtlich des Verwendbarkeits- und Übereinstimmungsnachweises:

  1. Verwendbarkeitsnachweis basierend auf dem CE-Zeichen
  2. Verwendbarkeitsnachweis durch das Ü-Zeichen (Übereinstimmungszeichen)
  3. Zustimmung im Einzelfall

Nur die Verwendbarkeitsnachweise basierend auf dem CE-Kennzeichen gelten innerhalb der gesamten EG. In einzelnen Länder bestehen aber weitreichendere Anforderungen z.B. an den Umweltschutz.

zu 1) Um ein CE-Zeichen führen zu können, müssen die Hersteller die Feuerungsanlage bei einem anerkannten Prüfinstitut (z.B. Feuerstättenprüfstelle TÜV SÜD) nach einer von allen EG-Mitgliedstaaten anerkannten harmonisierten Norm wie DIN EN 12815, DIN EN 13229, DIN EN 13240, DIN EN 15250, DIN EN 12809 oder bald DIN EN 14785 prüfen lassen. Diese Prüfung nach der Produktnorm ergibt den Nachweis der Einhaltung wichtiger sicherheitstechnischer und funktionaler Anforderungen. Für den Nachweis der Einhaltung an Emissionen und Wirkungsgrad so wie der Verwendung sind in einigen Länder weitreichendere Anforderungen u.a. an den Umweltschutz nachzuweisen.

Nur Feuerungsanlagen, die diese Prüfung erfolgreich abgeschlossen haben und für die der Nachweis der Einhaltung weiterer Anforderungen geführt worden ist, die die Prüfstellen nicht zwingend prüfen müssen (z.B. Fertigungskontrollen, technische Dokumentation,..) dürfen im Rahmen des Konformitätsnachweisverfahrens mit der Erstellung einer Konformitätserklärung das CE-Zeichen führen. Das CE-Zeichen ist auf dem Typenschild der Feuerungsanlage anzubringen, das die jeweilige Prüfnorm und weitere Angaben zu Vertreiber, Emissionen, Wirkungsgrad, zulässige Brennstoffe, Abgaswerteripel, Abstand zu brennbaren Baustoffen nennen muss. Betreiber einer Feuerungsanlage mit diesem CE-Zeichen können von der Richtigkeit der Angaben ausgehen.

zu 2) Feuerungsanlagen, für die keine europäisch harmonisierten Norm vorliegen, die wesentlich von einer Produktnorm abweichen, oder für die keine technische Norm vorliegt, werden an einem nationalen Institut (in Deutschland dem DIBt) auf die Einhaltung der Sicherheitsaspekte hin geprüft. Der erfolgreiche Nachweis erfolgt durch eine Zulassung, deren Nummer auf dem Typenschild (Ü-Zeichen) vom Hersteller anzugeben ist (Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung).

Es muss entweder eine CE-Kennzeichnung oder ein nationales Übereinstimmungszeichen auf dem Typenschild vorhanden sein. Beides zusammen ist nicht zulässig, da sie einander aufgrund rechtlicher Zuständigkeiten ausschließen.

Verkauft ein Hersteller Feuerungsanlagen mit CE-Zeichen bzw. Übereinstimmungszeichen, ohne die entsprechende Prüfung bestanden zu haben, oder ohne eine nationale Zulassung erhalten zu haben, macht er sich strafbar. Der Kaminkehrer achtet bei der Abnahme der Feuerungsanlage auf das Vorhandensein eines CE-Zeichens oder einer Zulassungsnummer.

zu 3) Die Zustimmung im Einzelfall wird von der Obersten Bauaufsichtsbehörde des jeweiligen Bundeslandes auf Antrag des Bauherrn erteilt und ist auf das jeweilige Bauvorhaben begrenzt. Erteilt wird die Zustimmung im Einzelfall von der obersten Bauaufsichtsbehörde auf schriftlichen Antrag.

Feuerungsanlagen die neu errichtet oder wesentlich geändert worden sind, z.B. nach der Musterbauordnung § 62 Abs.1, Anlage 9 erst in Betrieb genommen werden, wenn der zuständige Bezirksschornsteinfegermeister/ Kaminkehrermeister die Brandsicherheit und sichere Abführung der Verbrennungsgase bescheinigt hat.

Durch eine Prüfung vor Ort kann festgestellt werden, ob durch die genannte Problemstellung im konkreten Einzelfall eine Gefährdung geben ist.

Bei positiver Bewertung (keine Gefährdung) kann ein Antrag auf eine "Zustimmung im Einzelfall" an die Oberste Baubehörde gerichtet werden. In der Regel wird eine Zustimmung im Einzelfall durch die Oberste Baubehörde erteilt, wenn eine sicherheitstechnische Abnahme durch eine anerkannte Prüfstelle vorgenommen worden ist.

Bei einer Sicherheitsprüfung für Feuerstätten für feste Brennstoffe wie Kaminöfen, Kamineinsätze, Kachelöfen oder auch Grundöfen werden umweltrelevante und sicherheitstechnische Anforderungen nach der zutreffenden  Feuerungsverordnung  in der vorhandenen Einbausituation überprüft.

Anforderungen an die Gebrauchstauglichkeit werden bei einer sicherheitstechnischen Abnahme in der Regel nicht berücksichtigt.

Weitere Anforderungen an Feuerstätten

Obwohl viele Produktnormen für Einzelfeuerstätten für feste Brennstoffe europäisch harmonisiert sind, bestehen neben den Anforderungen der Produktnormen in einigen Länder weitreichendere nationale oder regionale Anforderungen z.B. an den Wirkungsgrad und die Emissionen. Im Folgenden sind einige wichtige weitreichendere Anforderungen für Feuerstätten für feste Brennstoffe aufgelistet:

  1. BImSchV (Erste Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes)
  2. Brennstoffverordnung München (Brennstoffverordnung - BStV)
  3. Brennstoffverordnung Regensburg (Brennstoffverordnung - BStV)
  4. Brennstoffverordnung Aachen (Festbrennstoff-Verordnung (FBStVO)
  5. Brennstoffverordnung Düsseldorf (FBStVO)
  6. Österreich Verordnungen "15a"
  7. Schweizer Luftreinhalteverordnung (LRV)
  8. Dänische Kaminofenverordnung

Falls Ihnen unsere Internetseite gefallen hat, würden wir uns über einen Beitrag in unser Gästebuch freuen.

Gerne nehmen wir auch konstruktive Kritik, Anregungen oder Hinweise über Fehler entgegen.

Team www.ofen-wissen.de
Dipl.-Ing. Dirk Weisgerber, München den 01.01.2010
Kontaktformular

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 11. November 2013 um 19:19 Uhr